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OP-Raum Hamburg

Raumklassen nach DIN 1946-4 – Ia, Ib und I

Die Raumklasse bestimmt, welche lüftungstechnischen Anforderungen ein OP-Raum erfüllen muss – und damit den Umfang der Qualifizierung. Diese Seite erklärt die Raumklassen und den jeweils zugehörigen Prüfumfang.

Grundprinzip der Raumklassen

Die DIN 1946-4 unterscheidet grundsätzlich zwischen der Raumklasse I und der Raumklasse II. Seit der Fassung aus dem Jahr 2008 wird die Raumklasse I zusätzlich in die Raumklassen Ia und Ib unterteilt. Die Klassifizierung richtet sich nach dem Eingriffsrisiko und legt je Raumklasse unterschiedliche Anforderungen an Luftführung, Luftwechselrate und Prüfumfang fest.

Raumklasse Ia – turbulenzarme Verdrängungsströmung

Ein OP-Raum der Raumklasse Ia ist eine bauliche Raumeinheit mit einem zentralen Schutzbereich und einer vertikal ausgerichteten turbulenzarmen Verdrängungsströmung (TAV). Im Schutzbereich wird ein über 300-facher Luftwechsel pro Stunde erreicht. Diese Luftführung hält Partikel und Keime aus dem unmittelbaren Operationsfeld fern.

🔬 Leckprüfung am Filtersystem

Messtechnischer Nachweis der Dichtheit der eingebauten Schwebstofffilter nach DIN EN ISO 14644-3.

🌡️ Strömungs- & Temperaturprofil

Erfassung der Luftführung und des Temperaturprofils im Raum einschließlich Schutzbereich.

🧑‍⚕️ Behaglichkeitsmessungen

Bewertung der thermischen Behaglichkeit für Patient und OP-Personal.

🌫️ Visuelle Vorprüfung mittels Prüfnebel

Sichtbarmachung der Strömungsrichtungen mit Prüfnebel zur Plausibilisierung der Luftführung.

📐 Überprüfung der Strömungsrichtungen

Kontrolle, ob die Strömung wie geplant geführt wird und keine Kurzschlüsse entstehen.

📄 Ausführlicher Prüfbericht

Normkonforme Dokumentation aller Messergebnisse für Audits und behördliche Begehungen.

Raumklasse Ib – turbulente Verdünnungsströmung

Ein OP-Raum der Raumklasse Ib ist eine Raumeinheit mit turbulenter Verdünnungsströmung (TVS). Hier wird die Zuluft für einen etwa 20- bis 25-fachen Luftwechsel pro Stunde eingebracht. Die Keimreduktion erfolgt über die Verdünnung der Raumluft statt über einen definierten Schutzbereich.

🔬 Leckprüfung am Filtersystem

Nachweis des leckagefreien Einbaus der endständigen HEPA-Filter.

📊 Partikelkonzentration des Basispegels

Bestimmung der Partikelkonzentration im Raum als Ausgangsniveau für die Bewertung.

⏱️ Erholzeitmessung

Nachweis, wie schnell die Lüftung eine Partikelbelastung wieder auf das Ausgangsniveau absenkt – ein zentraler Kennwert der Raumklasse Ib.

📐 Überprüfung der Strömungsrichtungen

Kontrolle der Luftführung und der gerichteten Strömung im Raum.

📄 Ausführlicher Prüfbericht

Dokumentation aller Messergebnisse mit fachlicher Bewertung.

Raumklasse I (Fassung 1999)

Für OP-Räume, die nach der Fassung DIN 1946-4:1999 errichtet wurden, gilt die Raumklasse I (turbulenzarme Verdrängungsströmung oder Mischströmung). Hier kommen individuelle Prüfkonzepte zum Einsatz, angepasst an das jeweilige Luftführungssystem:

  • Luftkeimzahlbestimmungen
  • Partikelmessungen
  • Strömungs- & Temperaturprofil
  • Überprüfung der Strömungsrichtungen
  • Bei Bedarf: orientierende Erholzeitmessung
  • Ausführlicher Prüfbericht

Das Prüfintervall beträgt für die Raumklasse I in der Regel alle 12 Monate.

Rüstzonen und ihre Zuordnung

Werden Instrumententische und steril zur Anwendung kommende Medizinprodukte in einer gesonderten Rüstzone gerichtet bzw. vorbereitet, müssen dort die gleichen lüftungshygienischen Bedingungen sichergestellt sein wie in der entsprechenden OP-Raumklasse (1a oder 1b), in der diese später intraoperativ zum Einsatz kommen.

Eine Rüstzone wird gemäß DIN 1946-4 der Raumklasse I zugeordnet und ist mit einer dreistufigen Filterung auszuführen. Ob innerhalb der Rüstzone die Bedingungen der Raumklasse Ia oder Ib erforderlich sind, richtet sich danach, unter welchen Bedingungen die dort vorbereiteten Instrumente später eingesetzt werden.

Hinweis: Eine Kontamination während des Rüstvorgangs gefährdet die hygienische Sicherheit im Operationssaal. Aus diesem Grund sind auch Rüstzonen regelmäßig zu qualifizieren.

Raumklassen im Vergleich

MerkmalRaumklasse IaRaumklasse Ib
LuftführungTurbulenzarme Verdrängungsströmung (TAV)Turbulente Verdünnungsströmung (TVS)
Luftwechselüber 300-fach pro Stunde (Schutzbereich)etwa 20- bis 25-fach pro Stunde
SchutzprinzipZentraler SchutzbereichVerdünnung der Raumluft
Zentraler KennwertStrömungs- und TemperaturprofilErholzeitmessung
Typischer FokusImplantatchirurgie, endoprothetische EingriffeAllgemein- und Viszeralchirurgie

Häufige Fragen zu den Raumklassen

Welche Raumklassen unterscheidet die DIN 1946-4?

Die DIN 1946-4 unterscheidet grundsätzlich zwischen den Raumklassen I und II. Seit der Fassung aus dem Jahr 2008 wird die Raumklasse I zusätzlich in die Raumklassen Ia und Ib unterteilt.

Was ist der Unterschied zwischen einem OP-Raum der Raumklasse 1a und 1b?

Ein OP-Raum der Raumklasse 1a ist eine bauliche Raumeinheit mit einem zentralen Schutzbereich und einer vertikal ausgerichteten turbulenzarmen Verdrängungsströmung (TAV). Im Schutzbereich wird ein über 300-facher Luftwechsel pro Stunde erreicht. Bei Raumklasse 1b handelt es sich um eine Raumeinheit mit turbulenter Verdünnungsströmung (TVS); hier wird die Zuluft für einen etwa 20- bis 25-fachen Luftwechsel pro Stunde eingebracht.

Welcher Raumklasse wird eine Rüstzone zugeordnet?

Eine Instrumentenvorbereitung bzw. Rüstzone wird gemäß DIN 1946-4 der Raumklasse I zugeordnet und ist mit einer dreistufigen Filterung auszuführen. Ob dort die Bedingungen der Raumklasse Ia oder Ib erforderlich sind, richtet sich danach, unter welchen Bedingungen die vorbereiteten Instrumente später während der Operation eingesetzt werden.

Welcher Prüfumfang gilt je Raumklasse?

Für die Raumklasse Ia sind unter anderem Leckprüfung, Strömungs- und Temperaturprofil, Behaglichkeitsmessungen und eine visuelle Vorprüfung mittels Prüfnebel vorgesehen. Für die Raumklasse Ib umfasst der Umfang die Leckprüfung, die Partikelkonzentration des Basispegels und die Erholzeitmessung. Für die Raumklasse I (Fassung 1999) gelten individuelle Prüfkonzepte.

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